Die mentale Stärke entscheidet oft über Sieg und Niederlage
Man hat schon oft davon gehört, dass Spieler das ganze Match über ihren Gegner dominiert haben, klar besser waren, aber das Match trotzdem verloren haben. Immer wieder gibt es Matches bei denen ein Spieler einen oder mehrere Matchbälle hatte, diese aber nicht verwerten konnte, und das Match sogar noch verloren hat. Natürlich kann in solchen Situation das Glück oder Pech eine Rolle spielen, aber meistens versagen den betroffenen Spielern gerade beim Matchball die Nerven, und sie verlieren trotz des Vorteils eines Matchballs trotzdem noch das Spiel.
In solchen Fällen fragt man sich eigentlich immer, hat in diesem Fall der schlechtere Spieler gewonnen? Wie konnte der Spieler mit den vergebenen Matchbällen das Spiel noch aus der Hand geben? Oder ist das Ganze doch nur "reine Nervensache"? Man muss also nach dem Grund suchen, warum der entscheidende Punkt, also der Matchball, so eine entscheidend andere Bedeutung hat, als all die anderen Punkte bis hin zu diesem besagten Matchball? Denn Tatsache ist ja, dass es ja schon sehr gut ist, überhaupt erstmal einen Matchball zu haben. So schlecht kann man also in dieser Spielsituation gar nicht sein.
Die Lösung um der Psychologie beim Matchball Herr zu werden, liegt einfach im menschlichen Denken. Und in einer zukünftigen Erwartungshaltung, bei welcher man sich selbst immer mehr unter Druck setzt, je näher man dem Ziel kommt, weil das Ziel immer konkreter wird. Man ist also nicht mehr mit seinen Gedanken in der Gegenwart, sondern in der Zukunft. Damit läuft man Gefahr unkonzentriert zu werden, man verliert an Sicherheit in seinem bisher gut laufenden Spiel, und verliert den Punkt. Durch die Fukussierung eines zukünftigen Spielstandes, verliert man die klare Sicht für den aktuellen Spielstand. Die Frustration durch den Punktverlust steigt, und es beginnt ein Teufelskreis.
Die psychische Stärke ist im Sport genauso wichtig wie physische Stärke
Ein guter Matchspieler konzentriert sich immer nur auf den aktuellen Spielstand, und den aktuell zu spielenden Punkt. Und zwar absolut losgelöst vom derzeitigen Spielstand. Die Kunst, einen Punkt immer gleich, und somit gedanklich nicht vorbelastet zu spielen, besteht darin, jeden Punkt für sich zu spielen, und nicht in Abhängigkeit von einem Spielergebnis. Konkret heißt das, dass man alles was vorher geschehen war, und nach dem zukünftigen gespielten Punkt sein könnte, ausblenden muss, und nur jeden Punkt isoliert für sich spielen muss. Die mentale Stärke liegt darin, beispielsweise beim Tennis, den Punkt zum Spielgewinn bei 40:15 genauso spielen zu können, wie den Punkt zum Spielverlust bei 15:40, ohne an die Folgen zu denken. Man kann sich die Situation auch dadruch vereinfachen, dass dem Gegner bei einem solchen Spielstand ja auch einige Gedanken durch den Kopf schwirren werden.
In dem Moment, in dem man einen Matchball, Breakball, oder aber auch einen beliebigen anderen Punkt ängstlich, oder unter Druck spielt, verkrampft man, und man wird den Punkt mit großer Wahrscheinlichkeit verlieren. Das Ziel ist es jeden Punkt gleich zu spielen, ihn praktisch aus der Spielsituation "herauszulösen" und diesen selbstbewusst zu spielen. Natürlich soll man schon auch in Abhängigkeit des Spielstandes etwaige taktische Spielvarianten nicht ausser Acht lassen, aber das Wichitigste ist niemals mit den möglichen Folgen zu rechnen. Vor allem ist es wichtig Spaß an der Wettkampfsituation zu haben, und seinem Spiel im Rahmen seiner Möglichkeiten treu zu bleiben. Dies vor allem auch deshalb, weil es auch Gegner gibt, die die gleiche Taktik haben können, und vor allem weil es durchaus auch sein kann, dass es auch Gegner gibt, die einfach besser sind.
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