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12.03.2010 12:16:31Druckansicht

Bouldern und Sportklettern

Sportkletternbloxwerk.de hat sich nun auch mit Sandro Kley getroffen, einem leidenschaftlichen Sportkletterer und Klettertrainer, der sich derzeit in der Ausbildung zum Lehrerberuf befindet. In unserem Interview spricht er mit uns über alles zum Thema Bouldern und Sportklettern, und beschreibt für uns ein Kletterprojekt am Schleier Wasserfall in Tirol mit dem Namen Damengambit.

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bloxwerk: Hallo Sandro, wir freuen uns mit dir über das Thema „Sportklettern“ sprechen zu können. Du bist ja nicht nur selbst begeisterter Sportkletterer, sondern auch Trainer im Jugendbereich. Du trainierst den Landesleistungsstützpunkt für Jugendliche in Rosenheim und bist als Betreuer fest beim Rock&Bloc-Team der Alpenvereinssektion Rosenheim tätig und hin und wieder auch für den Landeskader Bayern als Betreuer aktiv. Ihr habt sogar eine eigene Homepage für das Rock&Bloc-Team, akutelle Infos kann man unter www.rockundblocteam.de abrufen. Kombiniert mit deinem Sportstudium hast du einen enormen Erfahrungsschatz im Bereich des Sportklettertrainings. Kannst du uns den Klettersport, so wie du ihn betreibst, etwas beschreiben und von anderen Arten des Kletterns etwas eingrenzen?

Sportklettern

Sandro: Ich bin Sportkletterer, das heißt ich versuche möglichst schwierige Felskletterrouten zu meistern, indem ich nur die Haltepunkte, die der Fels vorgibt, nutze. Bohrhaken dienen ausschließlich der Sicherung. Eine Route gilt als geklettert oder durchgestiegen, wenn man in diesem „Versuch“ die Sicherungskette nicht belastet, also weder stürzt, noch sich ins Seil setzt. Es kann also sein, dass man einige Versuche benötigt, um die Route zu schaffen. Ab und zu gehe ich auch zum Bouldern, da versucht man ohne Seil kleine Felsblöcke zu klettern. Man hat Matten, sogenannte „Crashpads“, die einen Sturz etwas abfedern. Hier versucht man extrem schwierige Züge und manchmal abgefahrene Moves zu klettern.

bloxwerk: Wie lange kletterst du schon?

Sandro: Ich klettere schon seit gut 12 Jahren, richtig am Trainieren bin ich allerdings erst seit wenigen Jahren.

bloxwerk: Wie viele Routen kletterst du pro Jahr?

Sandro: Das ist sehr schwer zu sagen. Ehrlich gesagt hab ich keine Ahnung, aber am Fels dürften es ca. 150 durchgestiegene Routen sein. Wenn man die Routen in der Halle, die ich zum Training mache, mit dazuzähle kommt es auf viel viel mehr.

bloxwerk: Bis zu welchem Schwierigkeitsgrad kletterst du?

Sportklettern

Sandro: Momentan liegt mein Limit im unteren 10. Grad, aber ich hoffe, dass ich die Grenze dieses Jahr noch nach oben schieben kann. Mal sehen, wie es dieses Jahr läuft.

bloxwerk: In den Schwierigkeitsgraden, wo du unterwegs bist, muss man doch sicherlich auch viel und vor allem spezifisch trainieren. Wie sieht dein Training aus?

Sandro: Leider, leider kann ich aus Zeitgründen nicht so viel und vor allem so konsequent trainieren, wie ich es gern hätte. Aber normalerweise schaue ich, dass ich dreimal in der Woche trainieren kann und dazu noch ein bis zweimal an den Fels komme. Über den Winter ist Kraftaufbau der Schwerpunkt, da wird viel gebouldert und auch reines Krafttraining an Klimmzugbrettern steht auf dem Programm. Das Seilklettern rückt hier etwas in den Hintergrund, aber ich versuche das Ausdauerniveau durch ein Seiltraining pro Woche einigermaßen zu halten. Ab dem Spätwinter oder Frühjahr muss man schon auch einen Ausdauerblock einschieben und da versuche ich die Maximalkraft zu halten und die Ausdauer zu verbessern. Ich drehe sozusagen nur den Schwerpunkt um. Da wird einmal pro Woche Maximalkraft trainiert und der Rest am Seil oder auch Bouldern, aber dann mit einer höheren Zuganzahl, um die Kraftausdauer zu verbessern. Die Faktoren Taktik, Technik und Psyche fließen immer möglichst gleichmäßig ins Training mit ein, da werden keine Schwerpunkte gesetzt.

bloxwerk: Das klingt aber nach ganz schön viel Aufwand in der Trainingsplanung.

Sandro: Ich versuche eigentlich den Planungsaufwand für das Training möglichst gering zu halten. Durch meine Trainertätigkeit habe ich mittlerweile das nötige theoretische Wissen und auch die praktische Erfahrung. Schriftliche Trainingspläne mach ich mir keine, aber dafür hab ich halt alles im Kopf, was ich brauche, um ein vernünftiges Training durchzuführen.

bloxwerk: Gibt es besondere Eigenschaften oder Voraussetzungen, die man als Kletterer besitzen sollte?

Sportklettern

Sandro: Nun es scheint, das eine mittlere Körpergröße um die 1,70m bis 1,80m anscheinend ideal ist, dazu ein möglichst niedriges Körpergewicht. Ist klar, man muss das Gewicht auch überall hochziehen. Aber grundsätzlich kann Jeder klettern, oder mit dem Klettern anfangen, nur beim Sichern muss man mit Gewichtsunterschieden aufpassen.

bloxwerk: Apropos Sichern. Klettern wird oft als risikoreiche Sportart beschrieben. Wie steht es bei dir mit dem Thema Sicherheit und wie gehst du mit brenzligen Situationen um?

Sandro: Zum Glück komme ich relativ selten in kritische Situationen, zumindest beim Sportklettern und beim Bouldern. Die prinzipielle Gefahr, dass etwas passieren kann ist immer vorhanden, wenn sie auch bei meinen Disziplinen recht gering ist. Aber passieren kann immer was, das ist klar. Das Wichtigste ist, dass man sich der potentiellen Gefahr bewusst ist und keine Dummheiten macht. Man muss konzentriert an die Sache rangehen, denn es gibt bei diesem Sport nun mal Fehler, die man nur einmal machen kann.

Aber in der Regel treten eher harmlose Verletzungen auf (und das ist auch selten), das Problem ist eher, dass sich die Hilfeleistung oft als schwierig gestaltet. Ich bin beim Bouldern im Zillertal mal neben die Matte geflogen, wenn da was Ernsthaftes passiert wäre, ist das nächste Krankenhaus auch nicht gleich um´s Eck.

bloxwerk: Hast du dich dabei ernsthaft verletzt?

Sandro: Nein ich hatte nur eine kleine Prellung am Fuß. Nichts Schlimmes, ich konnte nach ein paar Tagen Ruhe auch wieder Klettern. Das war eigentlich die einzige Verletzung, die ich mir beim Klettern in den 12 Jahren zugezogen habe.

bloxwerk: Du bist ja sicher sehr viel unterwegs und hast schon viele Klettergebiete gesehen und viele Routen geklettert. Welches Klettergebiet gefällt dir am besten und warum?

Sportklettern

Sandro: Ich habe in der Tat schon einige Klettergebiete gesehen, jedes Gebiet hat seinen ganz eigenen Reiz. Aber die kleine griechische Insel Kalymnos hat es mir zum Sportklettern schon sehr angetan. Man kann dort Urlaub mit Leistungssport super verbinden, vormittags ein paar Routen klettern und dann nachmittags ins Meer hüpfen. Auch der Stil der Routen kommt mir sehr entgegen, eher lange und sehr steile Kletterei in super Fels, z.T. versintert, oder mit richtig großen Zapfen.

bloxwerk: Gibt es eine ganz bestimmte Kletterroute, die dir besonders in Erinnerung geblieben ist? Kannst du diese für unsere Leser genauer beschreiben?

Sandro: Ich habe momentan ein Projekt am Schleier Wasserfall in Tirol. Die Route heißt Damengambit, checkt beim Schwierigkeitsgrad 10- ein und wurde schon vor vielen Jahren vom bayerischen Spitzenkletterer Alex Huber eingerichtet.

Erst geht es ein paar Meter sehr leichtes Gelände nach oben, dann folgen nicht allzu schwere Züge im unteren neunten Grad. Jedoch ist der Fels recht steil und die 15 Meter zehren an den Kräften, da sind dicke Arme jedenfalls garantiert. Aber das Schlimme ist die Abschlussboulderstelle. Hier muss man an relative kleinen Leisten sehr weit durchziehen, das erfordert nochmal Maximalkraft und Biss.

Die Route bietet unglaublich tolle Züge in super Fels und noch dazu eine Wahnsinnslinie. Die Damengambit zieht gute 20 Meter relativ steil nach oben. Bisher ist es mir leider noch nicht gelungen nach den anstrengenden Metern die schwierige Crux oben noch zu klettern. Aber ich denke, dass ich das schon noch schaffen kann. Das Jahr ist ja noch nicht alt.

bloxwerk: Klettern ist ein Trendsport, der momentan besonders groß im Kommen ist. Gerade viele Kletterer sind noch Anfänger. Hast du zum Schluss ein paar Anfängertipps, die du unseren Lesern mit auf den Weg geben kannst?

Sandro: Auf alle Fälle sollte man sich in einem Kurs alles Nötige zeigen lassen. Sicherheit geht grundsätzlich vor und das lernt man am besten in einem Kurs. Wichtig ist vor allem regelmäßig zum Klettern zu gehen, dann wird man ziemlich schnell besser. Um den Spaß nicht zu verlieren kann man ruhig auch mal variieren zwischen Bouldern und Klettern.

bloxwerk: Herzlichen Dank, Sandro, für deine interessanten Ausführungen rund um´s Thema Sportklettern und Bouldern. Wir wünschen dir bei deinen zukünftigen Klettertouren und Projekten alles Gute und natürlich viel Erfolg! Servus.

Sandro: Vielen Dank, auch mir hat es Spaß gemacht, und ich hoffe, dass ich etwas Werbung für diese tolle Sportart machen konnte!

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